Prof.  Dr. Claus D. Kernig

Politik und Technologie                                       

Potente Inkompetenz versus impotente Kompetenz

Die Erwerbstätigen in den Industrienationen sind nur noch selektiv günstiger zu beschäftigen als Arbeitskräfte in Entwicklungsländern, da die technologischen Möglichkeiten, Produktionsvorgänge arbeitsteilig simpel zu gestalten deren Einbeziehung leicht machen. Eine Leitfrage ist, ob dem Produktionstransfer auch ein Wissenstransfer begleitet, der die Aufholjagt Japans (Automobil, Kameras, PCs) wiederholt. Zur Beantwortung wird dafür hier eine systematische Analyse von Technologie vorgenommen, die Generationenentwicklung und Durchbrüche in Produkt- und Prozesstechnologie nach Technologiekomponenten und deren Relationen unterscheidet. Technologie wird dadurch auch in ihrem ökonomisch-gesellschaftlichen Kontext verortet. Dabei zeigt sich eine Politik-Ignoranz gegenüber Technologie, die sich in fehlgelenkter Bildungspolitik niederschlägt, indem sie Bildung immer breiter verteilt, statt punktuell zuspitzt, immer teurer macht und Arbeitskräfte verzögerter zur Erwerbstätigkeit bringt, was die Vorteile von Anschluss- und Entwicklungsländern vergrößert. Wenn westliche Unternehmen nicht ihre eigene Standortbasis untergraben wollen, sollten diese Trends sie dazu anspornen, zu eigner Potenz in der Bestimmungskraft für Bildungspolitik, inklusive Impulsen in Lehre und Forschung zu gelangen. 


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