Iran: Von Kyros bis Khomeini
Dieser Vortrag gibt Aufschluss über heutige Verhältnisse im Iran, und zwar auf der Basis eines notwendigerweise kursorischen, zugleich aber anregend bildlich unterlegten Rückblicks auf die herrschaftlichen, kulturellen und religiösen Entwicklungen der Perser. Deren Sonderwege im Kontext des Nahen und Mittleren Ostens werden besser verständlich, wenn man ihre antike Großreichsbildung, die Auseinandersetzungen mit Griechen und Römern sowie die spezifische Ausprägung des Islam in ihrem Siedlungsbereich zusammen mit dem muslimischen Ausgriff auf Indien berücksichtigt. Das lässt sodann die kolonial-imperialen Interessenkonflikte von Russen und Briten auf deren Boden verstehen, bevor mit Erschließung des Erdöls dort auch die weltwirtschaftlichen Faktoren ins Spiel kamen. Durch Beleuchtung der US-amerikanischen Einflussnahme im Nahen Osten wird sowohl die zwielichtige Modernisierungs- und Säkularisierungsbemühung des Schahs in ihrer tragisch antagonistischen Verknüpfung mit der fundamentalistischen Revolution Khomeinis erhellt, als von daher auch der Wurzelgrund des modernen Terrorismus ersichtlich wird. Der Vortrag will transparent machen, wie stark Hintergrundkenntnis zum besseren Verständnis eines sich aus der Nähe anders als im gängigen TV-Bild zeigenden Iran mit seinen gegenwärtigen internen und internationalen Auseinandersetzungen beitragen kann.
