Prof. Dr. Claus D. Kernig

China: Ökonomischer Gigant mit Vergreisungstendenzen

Dieser Vortrag berichtet von Einsichten auf Grund von jahrelangen persönlichen Beratungserfahrungen aus der Zeit des Beginns der wirtschaftlichen  Reformen in China. Sie beziehen sich in ihrer Bandbreite von der Konstruktion eines ökonometrischen  Modells für die Volksrepublik China mit der Sozialakademie in Chengdu bis hin zu Untersuchungen mit dem Wüstenforschungsinstitut in Lanzhou. Sie bringen die Bilder Pekings und Shanghais sowie von Kanton im Vergleich von dreißig Jahren Entwicklung vor Augen und wollen damit dem Betrachter einen Eindruck von den ungeheuren Umwälzungen des Riesenreichs geben. Besonderes Augenmerk wird kulturhistorischen Gegebenheiten und konfuzianischen Prägungen gewidmet, die eine Ahnung von dem vermitteln, was die Menschen unter Moa erlebt haben, der China von den fremden Einflüssen befreite, die es seit den Opiumkriegen ertragen musste, um es wiederum zugleich chaotischen und mörderischen Konstellationen auszusetzen. Die Reformkonzepte werden sodann inklusiv ihrer Eigendynamik umrissen. Der Vortrag erschließt ein etwas anderes als das mediengängige Verständnis für die Entscheidungsgrundlagen der heutigen chinesischen Führung, die ein Fünftel der Weltbevölkerung zu regieren, zweihundert Millionen Wanderarbeiter und siebenhundert Millionen ländliche Bevölkerung zu dirigieren und die auf Grund der Ein-Kind-Politik eine in den Altersrängen krisenhaft verstärkte und wachsende Bevölkerung zu versorgen hat. Wie mächtig oder ohnmächtig diese Weltmacht ist, lassen selbst denkbare Szenarien offen.

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